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Sparten und Produkte

Kautionsversicherung

Auch: Bürgschaftsversicherung, Avalversicherung

Übernahme von Bürgschaften durch einen Versicherer, die ein Unternehmen sonst als Aval bei seiner Bank einkaufen müsste.

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Im Bau, im Anlagenbau und im Handel verlangen Auftraggeber Sicherheiten: für die Vertragserfüllung, für geleistete Anzahlungen, für die Gewährleistungszeit nach der Abnahme, gegenüber dem Zoll oder dem Vermieter. Wer diese Sicherheit stellen muss, kann bei seiner Bank ein Aval beantragen. Das kostet nicht nur Gebühren, es belastet auch die Kreditlinie, die dann für Investitionen und Betriebsmittel fehlt.

Genau hier setzt die Kautionsversicherung an. Der Versicherer räumt dem Unternehmen einen Avalrahmen ein und gibt daraus Bürgschaften zugunsten der jeweiligen Auftraggeber ab, meist als selbstschuldnerische Bürgschaft. Die Bankverbindung bleibt davon unberührt. Beteiligt sind immer drei Seiten: der Auftraggeber als Begünstigter, der Auftragnehmer als Versicherungsnehmer und Hauptschuldner und der Versicherer als Bürge.

Die Gewährleistungsbürgschaft nach der Abnahme

Ein Fensterbauer schließt ein Bauvorhaben ab. Der Bauherr will einen Teil der Schlusszahlung als Sicherheit für die Gewährleistungszeit einbehalten. Statt das Geld über Jahre stehen zu lassen, legt der Fensterbauer eine Bürgschaftsurkunde seines Kautionsversicherers vor und bekommt die volle Summe ausgezahlt. Die Liquidität bleibt im Betrieb, die Sicherheit beim Bauherrn.

Kein Schaden, sondern eine Bürgschaft

Der Name führt in die Irre, und der Irrtum ist der wichtigste Punkt der ganzen Sparte. In einer Schadenversicherung trägt der Versicherer das Risiko endgültig. Hier nicht. Ruft der Auftraggeber die Bürgschaft ab, weil der Auftragnehmer nicht geliefert oder nicht nachgebessert hat, zahlt der Versicherer zunächst an ihn, holt sich den Betrag danach aber im Regress beim eigenen Kunden zurück. Die Rückgriffsverpflichtung unterschreibt der Auftragnehmer bei Einrichtung des Rahmens.

Daraus folgt der Rest von selbst. Die Prüfung vor Einräumung des Rahmens gleicht einer Kreditprüfung mit Bilanzen, Auftragsbestand und Sicherheiten, nicht der Risikoprüfung, die die Kreditversicherung für einzelne Abnehmer anstellt. Das Entgelt bemisst sich nach dem ausgenutzten Rahmen, und ein Unternehmen in wirtschaftlicher Schieflage bekommt keinen Rahmen, sobald ein Abruf wahrscheinlich wird. Warum solche Deckungen ausschließlich im Firmengeschäft vorkommen und wie sich dieser Arbeitsmarkt vom Privatkundengeschäft unterscheidet, zeigt der Vergleich zwischen Gewerbekunden und Privatkunden.

Dieser Begriff gehört zum Arbeitsalltag der Kaufleute für Versicherungen und Finanzen. Was der Beruf sonst verlangt, steht in der Ausbildung; was er zahlt, im Gehaltsvergleich.

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