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Kalkulation und Tarif

Typklasse

Die Einstufung eines Fahrzeugmodells nach seiner Schadenbilanz, die als Faktor in den Kraftfahrtbeitrag eingeht.

Stand:

Autos verursachen nicht gleich viel Schaden. Ein Modell, das überdurchschnittlich häufig in Unfälle verwickelt ist oder dessen Reparatur besonders teuer kommt, kostet die Gemeinschaft der Versicherten mehr als eines, das selten auffällt. Die Typklasse fasst diesen Unterschied in eine Zahl. Ermittelt wird sie vom GDV, der dafür die Schaden- und Unfallstatistik der vergangenen Jahre nach Typschlüsselnummern auswertet und das Ergebnis einmal jährlich veröffentlicht. Für die meisten Modelle bleibt die Einstufung dabei von Jahr zu Jahr gleich; bewegt wird sie nur dort, wo die Statistik über mehrere Jahre in eine Richtung zeigt.

Für die Kfz-Haftpflicht reicht die Skala von 10 bis 25, wobei die niedrige Klasse das günstige Risiko bezeichnet. Voll- und Teilkasko werden getrennt eingestuft und haben eigene Skalen mit anderer Obergrenze, weil dort andere Schäden zählen: In der Haftpflicht geht es um das, was das Fahrzeug bei anderen anrichtet, in der Kasko um das, was an ihm selbst kaputtgeht. Ein solides Familienauto kann deshalb in der Haftpflicht günstig und in der Vollkasko teuer sein.

Wenn der Beitrag sich von allein bewegt

Im Kundengespräch taucht das Thema meist im Frühjahr auf, wenn die neue Einstufung wirkt und der Beitrag sich verändert hat, ohne dass am Vertrag etwas geschehen wäre. Und beim Fahrzeugwechsel, wenn zwei Modelle derselben Preisklasse zu spürbar verschiedenen Beiträgen führen.

Die Statistik ist ein Vorschlag, kein Tarif

Zwei Annahmen halten sich hartnäckig. Die erste: Motorleistung bestimme die Typklasse. Sie geht nur mittelbar ein, nämlich soweit sie sich in der Schadenbilanz niederschlägt; ein starkes Fahrzeug mit unauffälliger Fahrerschaft kann günstiger eingestuft sein als ein schwacher Kleinwagen mit hohen Reparaturkosten. Die zweite: Die Einstufung sei verbindlich. Der GDV betreibt eine Statistik und keine Preisaufsicht. Jeder Versicherer entscheidet selbst, ob er sie übernimmt, abwandelt oder durch eigene Daten ersetzt, und wie stark die Klasse am Ende auf den Beitrag durchschlägt. Deshalb kann derselbe Wagen bei zwei Häusern unterschiedlich eingestuft sein. Wie dieser Faktor mit den übrigen zusammen den Beitrag ergibt, beschreibt der Artikel zu Beitragsberechnung und Tarifierung.

Dieser Begriff gehört zum Arbeitsalltag der Kaufleute für Versicherungen und Finanzen. Was der Beruf sonst verlangt, steht in der Ausbildung; was er zahlt, im Gehaltsvergleich.

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