Gegenstand einer Sachversicherung ist eine Sache, die dem Versicherungsnehmer gehört oder für die er ein eigenes Interesse hat: das Wohngebäude, der Hausrat, die Maschine, die Ware im Lager. Sie gehört zu den Schadenversicherungen, und daraus folgt die ganze Rechenweise. Ersetzt wird der Schaden, der tatsächlich eingetreten ist, höchstens aber die Versicherungssumme. Maßstab ist der Versicherungswert, den § 88 VVG mit dem Aufwand für Wiederbeschaffung oder Wiederherstellung umschreibt. Aus dem Schaden soll niemand reicher hervorgehen, als er vorher war.
Davon zu trennen sind zwei Nachbarn. Die Haftpflichtversicherung schützt nicht das eigene Gut, sondern das Vermögen gegen Ansprüche, die ein Dritter wegen seines beschädigten Gutes erhebt. Die Summenversicherung wiederum, etwa die Lebens- oder die private Unfallversicherung, zahlt einen vereinbarten Betrag, ohne dass ein Schaden beziffert werden müsste. In der Sachversicherung wäre das undenkbar.
Der Leitungswasserschaden auf dem Schreibtisch
Ein geplatzter Schlauch unter der Spüle, durchnässter Parkettboden, aufgequollene Einbauküche. In der Bearbeitung fallen sofort die typischen Fragen an: Gehört das Parkett zum Gebäude oder zum Hausrat? Ist Neuwert vereinbart oder wird der Zeitwert gezahlt? Und stimmt die Versicherungssumme noch mit dem heutigen Wert überein, oder droht eine Kürzung wegen Unterversicherung, die § 75 VVG im Verhältnis der Summe zum Wert erlaubt?
Was die Versicherungssumme nicht ist
Die Versicherungssumme wird regelmäßig für den Betrag gehalten, den es im Schadenfall gibt. Sie ist nur die Obergrenze. Wer sie zu hoch ansetzt, zahlt Beitrag für eine Leistung, die er nie bekommt; wer sie zu niedrig ansetzt, bekommt auch kleine Schäden nur anteilig ersetzt.
Der zweite Irrtum betrifft die Frage, wessen Sache im Raum steht. Eine gemietete Wohnung, eine geliehene Maschine, das Werkstück beim Kunden: Das alles ist fremdes Eigentum. Beschädigt der Versicherungsnehmer es, ist das kein Fall für seine Sachversicherung, sondern eine Haftungsfrage. Wie sich die Sparten dieser Branche insgesamt gliedern und was das für Fachwissen und Laufbahn bedeutet, zeigt der Artikel zu Komposit, Leben und Kranken.
Dieser Begriff gehört zum Arbeitsalltag der Kaufleute für Versicherungen und Finanzen. Was der Beruf sonst verlangt, steht in der Ausbildung; was er zahlt, im Gehaltsvergleich.